Die Gründung des SV Bieberehren 1946

Ein Mann, der in der Vorkriegsmannschaft im Tor stand, war Hauptinitiator für den Neuanfang nach dem Krieg. Bei ihm in der Frisierstube wurden die Ideen ausgeheckt, liefen die Fäden zusammen. Leo Heller galt als Motor für die Gründung des SVB.

Am 7. April 1946 riefen eine Gruppe junger Männer, hauptsächlich Spieler aus der Vorkriegsmannschaft, im Gasthaus Adler den Sportverein Bieberehren ins Leben. 

Als Vorstand berief die Versammlung Ägidius Nagel ins Amt. Sein Stellvertreter müßte Leonhard Roth geworden sein. Die wichtigen Ämter des Kassiers und Schriftführers führten Alois Nagel und Josef Weid. Diese brachten unter großen Opfern den Verein hoch und verhalfen ihm zu Ansehen.

Zur Vereinsgründung bedurfte es zweier Bürgen: Ernst Menth war einer und verpflichtete sich mit 400 Mark! Man trat dem Württembergischen Verband bei, denn ins Hohenlohische zu spielen hatte ja Vorkriegstradition. Ab 1947 rang man in der Verbandsrunde nach Punkten. 

Mit Ideenreichtum und Opferbereitschaft begegneten die Fußballer dem heute nicht mehr vorstellbaren Mangel an Freizeitgütern. Bekanntlich gehört zum Spiel ja auch ein Ball. Einer war zusammen mit den Trikots aus den Vorkriegsjahren in die neue Zeit hinüber gerettet worden. Ein guter! Jedoch "ä Ä!" (ein Ei!). Für Getreide und Geräuchertem aus Hausschlachtungen wurde ein neuer eingetauscht. War er geplatzt, so brachten ihn Spieler mit dem Fahrrad nach Kloster Frauental zum "Ungarnschuster", der wendete und flickte die Lederhülle. Fußballschuhe gab es keine! Auf Arbeitsschuhe nagelte der Schuster als Stollen Lederleisten, fertig waren die Kickstiefel.

Das Wichtigste für die Auswärtsspiele fehlte und war nicht immer leicht zu beschaffen: ein Fahrzeug. Klar, viel wurde geradelt, selbst bei schlechtem Wetter. Ein Auto zu besorgen war nicht einfach, doch Leo Heller ließ schon mal die Kundschaft sitzen, schwang sich auf sein "Sachsl", fuhr nach Münster zu Kilian Hofmann und organisierte das Milchauto für ein Spiel am Sonntag; auch gelang es ihm ab und zu, ein Auto von den Amis klar zu machen.

Zwar mussten die Spieler kein Geld mitbringen, um Fußball spielen zu dürfen, doch wenn sie ein Körbchen Holzscheite ablieferten, war dies nur von Vorteil, hatte doch das Auto, mit dem es zum nächsten Spiel ging, einen Holzvergaser.

In späterer Zeit stellten die Geschäftsleute, nämlich Metzgerei Neller, Tünchnergeschäft Nörpel, Mühlenbetrieb Kemmer und Schmiedemeister Volkert ihre Autos zur Verfügung. Auch der Kuchenmeister-Bus trug mit den Spielern manchen Sieg und manche Niederlage heim.

Beim ersten Freundschaftsspiel noch im Frühjahr 1946 gelang ein beachtliches 0:0 in Röttingen, das zweite ging zu Hause mit 2:6 verloren.